Europawahl

Europa – Was bedeutet das eigentlich?

14.5.2019

Europa – jeder Mensch versteht etwas anderes darunter. Wir möchten hier ein paar persönliche Gedanken loswerden über das, was Europa für einige von uns bedeutet. Zu Wort kommen Marlies Schlobohm, Hellmut Salinger, Barbara Burton und Kathleen Unterspann.

 

Marlies Schlobohm – Gemeindevertreterin und 1. stellvertretende Bürgervorsteherin
Marlies Schlobohm

Marlies Schlobohm

 

Was bedeutet Europa für mich als Halstenbeker Bürgerin?
  • (m)eine Generation -70 Jahre- ohne Krieg
  • freies Reisen ohne Grenzkontrollen
  • Erasmus Studium für meinen Sohn in Frankreich
  • eine Währung, kein Umtausch bei Reisen
  • keine Roaminggebühren beim Telefonieren
  • Sprachurlaub in Italien und Spanien ohne Formalitäten
  • freie Arbeitsplatzwahl
  • Alternative zu Nationalismus

Als Europäerin bin ich Mitglied einer großen Gemeinschaft und bin zuversichtlich, dass in den großen Themen wie Klimaschutz, Energie- und Außenpolitik (Flüchtlinge) in einer großen Gemeinschaft bessere Lösungen gefunden werden.

Aber Europa muss auch stärker und besser werden durch:

  • einheitliche Regelungen u.a. zur Steuergerechtigkeit und zum Datenschutz
  • Änderung der Subventionspolitik, z.B. Förderung der Landwirtschaftsbetriebe, die ökologisch wirtschaften und Tiere artgerecht halten.

Hellmut Salinger – Fraktionsmitglied

Hellmut Salinger

Hellmut Salinger

 

Gedanken zum Frieden

Wenn damit die Zeit ohne Krieg gemeint ist, kann sie auch in einer Diktatur stattfinden. Ich möchte nur über den Frieden in Freiheit nachdenken – in einer Freiheit, die jedem eine persönliche Entwicklung ermöglicht, die erst da endet, wo die Freiheit der anderen bedroht ist. Mit „den anderen“ sind hier nicht nur Menschen, sondern auch Lebensformen gemeint.

Die meisten Menschen wünschen sich ein Leben in Frieden und Freiheit weltweit. Weltfrieden wird wohl ein Ideal bleiben, etwas, was nur sehr schwer zu erreichen ist. Ziel sollte er aber bleiben, denn schon kleine Schritte auf den Weg dahin sind für Völker ein großer Schritt zum Frieden. Voraussetzung ist Demokratie.

Bei uns in Westeuropa hat in den letzten 70 Jahren eine erfreuliche Entwicklung stattgefunden; wir sind auf einen guten Weg zu einem in Frieden vereinten Europa. Sichtbare Zeichen sind offene Grenzen, ein Parlament und eine gemeinsame Währung. Es hat nicht nur eine Völkerverständigung stattgefunden sondern ein Zusammenwachsen. Nach der deutschen Wiedervereinigung hat sich dieser Völkerverbund erheblich ausgedehnt, die Vereinten Staaten von Europa sind in Sicht.
Dieser friedlichen Entwicklung droht jetzt Gefahr!

Es begann mit einer Flüchtlingswelle. Für diese Menschen, die vor Krieg und Elend flohen, wurde von friedlichen Menschen in Europa eine Willkommenskultur aufgebaut – ein großes Zeichen für Hilfsbereitschaft und Frieden.

Diesem Friedenswillen stellten sich dann die Ewiggestrigen entgegen. Mit Angstparolen und Fremdenhass stärkten sie die Ziele ihrer Partei zurück zum Nationalstaat – Grenzen dicht machen! Leider hat sich dieser Trend auch nach dem Abebben der Flüchtlingsströme weltweit fortgesetzt – Mauern statt Freiheit!

Gefahr für den Frieden droht aber noch aus einer anderen Richtung – Missachtung der Ökologie (die Lehre vom Naturhaushalt). Bis in die 1970ger Jahre wurden die Warnzeichen missachtet. Erst als Gewässer-, Luft- und Bodenverschmutzung unübersehbare Schäden angerichtet hatten, wurde man tätig, aber auch dann noch immer sehr zögerlich. Von einer Gleichberechtigung von Ökonomie, Sozialem und Ökologie sind wir noch heute weit entfernt. Selbst jetzt, auch wenn die Gefahren schon voraussehbar sind und zutage treten, können große schädliche Eingriffe in Natur und Umwelt nur juristisch verhindert werden.

Für uns, die wir Anfeindungen und Rückschläge gewohnt sind, soll das aber nicht Resignation sondern Aufruf zum Weitermachen bedeuten.

Was müssen wir tun?

Um hier etwas verständlicher zu werden, geselle ich dem Frieden die Gesundheit zu. Jeder wünscht sie sich, aber viele Menschen tun nicht einmal für die eigene Gesundheit viel. Dabei ist der Einsatz für die Gesundheit mit das Wichtigste im Leben. Da ein untrennbarer Zusammenhang zwischen eigener Gesundheit und der unserer Lebensgrundlagen, Wasser, Boden und Luft, besteht, gelten hier die gleichen Grundsätze: Nur ein gesunder Naturkreislauf kann gesunde Nahrung erzeugen. Da wir Menschen am Ende der Nahrungskette stehen, ist das für uns besonders wichtig.

Sowohl bei den Ewiggestrigen als auch bei der schweigenden Mehrheit wird es schwer sein, eine Mehrheit für den Kampf gegen die Erderwärmung zu finden. Ursachenforschung hilft jetzt nicht weiter. Wir müssen die Kräfte stärken, die versuchen, durch den Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie den Klimawandel soweit abzubremsen, dass die Schäden nicht zur Katastrophe führen. Die Zeit ist so knapp, dass hier auf Ökonomie wenig Rücksicht genommen werden sollte.

Die Erderwärmung kommt nicht in 50 Jahren, wir sind mittendrin. Mit allem was wir hier erreichen können dienen wir dem Frieden.

 

Barbara Burton – Ortsvorsitzende

Barbara Burton

Barbara Burton

 

Europa und ich – ich in Europa

Mit Jahrgang 52 und in Bonn in einem sehr politischen Elternhaus groß geworden (mein Vater war der neu gegründeten Bundeswehr als Marineoffizier im Verteidigungsministerium beigetreten), wuchs ich wie selbstverständlich in den europäischen Gedanken hinein. Stichworte wie Montanunion, EWG, deutsch-französischer Freundschaftsvertrag, aber auch Schüleraustausche mit Schulen in Frankreich und England sowie Klassenfahrten nach Brüssel, Luxemburg und Rom bestimmten meine Kindheit und Jugend. Ich lernte, mich auf englisch und französisch zu artikulieren und schloss zahlreiche Freundschaften in diesen und anderen europäischen Ländern. Mit meinen Eltern verbrachte ich wunderbare Sommerurlaube an der Cote d’Azur in Hotels der französischen Armee, die auch deutschen Offizieren und ihren Familien offen standen. Als Kind und Jugendliche lernte ich so nicht nur die Feinheiten der Sprache der gastgebenden Länder, sondern auch unendlich viel über deren Kultur und Geschichte. Es war mir unvorstellbar, dass sich nur 15- 20 Jahre zuvor dieselben Menschen als Feinde gegenübergestanden hatten.

Aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wurde im Laufe der Jahre die Europäische Union. Immer mehr Länder schossen sich ihr an, so auch Großbritannien.

Eine andere Entdeckung machte ich damals wie heute: Menschen in Europa beschäftigen dieselben Themen. Als mich 1968 die Studentenbewegung politisierte, setzte sich meine französische Freundin Dominique ebenfalls mit autoritären Strukturen ihres Landes auseinander. Spreche ich mit meinen Enkelkindern in Großbritannien oder in Deutschland über unsere Umwelt, dann teilen sie dieselbe Besorgnis über die Verschmutzung der Weltmeere, den Klimawandel, die ökologische Vielfalt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Zerfall der politischen Blöcke erfuhr der europäische Gedanke durch den Beitritt einiger osteuropäischer Staaten einen weiteren Aufschwung. Genau wie ich 40 Jahre zuvor, erlebte meine jüngste Tochter, Jahrgang 90, bei ihrer Abiturfahrt nach Krakau, wie toll die Begegnung mit Jugendlichen ist, die in einem anderen Land groß wurden und wie viel man sich gegenseitig zu sagen hat.

Die Europawahl 2019 ist die wichtigste Wahl in der jüngeren europäischen Geschichte!

Ja, die EU ist nicht perfekt!

Ja, die EU muss weiterentwickelt werden!

Ja, die EU muss in Teilen reformiert werden! Einverstanden!

Aber die sich seuchenartig verbreitenden nationalistischen Bestrebungen werden dabei das Gegenteil bewirken.

Als Nachkriegskind hatte ich das Glück, mittlerweile in Frieden 67 Jahre alt werden zu können!

Aber auch die Generation meiner Enkel und Urenkel hat ein Recht auf ein Leben in Frieden und Freiheit! Sie haben längst verstanden, dass das nur gemeinschaftlich und im Einklang mit der Natur und Umwelt möglich ist!

Das heißt für mich und meine Familie: Zur Wahl gehen und am besten „Bündnis 90/ DIE GRÜNEN“ wählen!

 

Kathleen Unterspann – Ortsvorstand

Kathleen Unterspann

Kathleen Unterspann

 

(M)Ein Leben in Europa

1948 – Freiheit und Frieden 

„Die am Ende 1948 entstandene Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde von sehr unterschiedlichen politischen Regimen verfasst und versprach Freiheit und Gleichheit für alle Menschen. Ich habe sehr viel Glück gehabt, 1948 in Europa  geboren worden zu sein. Ich bin mit diesen Ideen und mit diesem Optimismus groß geworden.

Eine der größten Errungenschaften der Nachkriegsgeneration ist die Befriedung Europas. Die Schaffung der Europäischen Union hatte zum Ziel, den zahlreichen blutigen Kriegen zwischen den Nachbarländern, die in den Zweiten Weltkrieg mündeten, ein Ende zu setzen. Sie hat Ziele und Werte im Vertrag von Lissabon und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt.“

Entstehung der EU (Quelle: Wikipedia)

Seit dem Jahr 1950 beginnt mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl die wirtschaftliche und politische Vereinigung der europäischen Länder zur Sicherung eines dauerhaften Friedens. Die sechs Gründerländer sind Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Mit dem Vertrag von Rom, der im Jahr 1957 unterzeichnet wird, entsteht die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) – der Gemeinsame Markt.

Das Europäische Parlament erhält mehr Einfluss auf die EU-Politik; im Jahr 1979 können alle Bürger erstmals ihre Vertreter im Parlament direkt wählen. In den 1970er Jahren werden die Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung verstärkt.  Die EU erlässt Vorschriften zum Schutz der Umwelt und führt das Verursacherprinzip ein.

Im Jahr 1993 ist der Binnenmarkt vollendet; seine Kennzeichen sind die vier Grundfreiheiten: freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital. Außerdem werden in den 1990er Jahren zwei Verträge geschlossen: Der Vertrag über die Europäische Union („Vertrag von Maastricht“) und der Vertrag von Amsterdam. 

1957 -1965 Begegnungen mit den Sprachen Europas 

„Persönliche Kontakte zu anderen Europäern waren für mich als schottische Schülerin in den 50ziger und frühen 60ziger Jahren kaum realisierbar, in meinem Umfeld konnten sich die wenigsten Familien leisten zu verreisen. Meine ersten Begegnungen mit den Sprachen Europas waren in Fernsehen und Film.

Als ich im Grundschulalter war, begann der „Liederwettbewerb der Eurovision“, auch in Deutschland als „ Eurovision Song Contest“ oder ESC bekannt. Auch damals zierte sich Großbritannien und nahm am ersten ESC nicht teil. Alle 7 teilnehmenden Länder mussten (2!) Lieder in der jeweils eigenen Muttersprache anbieten. Da Luxembourg, die Schweiz, Frankreich und Belgien teilnahmen, war Französisch die Hauptsprache und es war keine Überraschung, dass das Siegerlied auf Französisch gesungen wurde. Es war das erste Mal, dass ich überhaupt eine andere Sprache als die englische gehört hatte, und ich war begeistert!

Trotz unserer geographischen Lage am Rande Europas lernten wir damals in den weiterführenden Schulen alle mindestens eine europäische Sprache, wenn nicht zwei, pflegten Brieffreundschaften (wir schrieben echte Briefe, keine E-Mails!) und schauten uns Filmberichte über die Länder Europas an.

Obgleich Fremdsprachen uns übers Lesen und vor allem über das Erlernen der Grammatikregeln vermittelt wurden, gab es auch „Highlights“, die ahnen ließen, wie sich die gesprochene Sprache anhörte: Francoise Hardy trillerte „Tous les garcons et les filles de Montmartre“, Elvis entdeckte ein bayerisches Volkslied („Muss i denn“) und dichtete einen englischen Text dazu („Wooden heart“).“

Europäische Bildungsprogramme (www.erasmusplus.de)

Die Bildungsprogramme der EU, von denen Comenius für den Bereich der Schulbildung und Erasmus für den Bereich der Hochschulbildung die bekanntesten sind, haben unter anderem folgende Ziele: Ausbau der allgemeinen Bildung auf allen Ebenen, Förderung der Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen Bildung und dadurch Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse und Unterstützung der Verwendung neuer Technologien im Bildungsbereich.

eTwinning fördert Schulpartnerschaften in Europa durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Das Portal bietet Unterstützung, Werkzeuge und Dienste. eTwinning stellt außerdem Angebote zur kostenlosen und kontinuierlichen Weiterbildung für Pädagogen bereit.

  

 Ende der 60ziger Jahre – Reisen, Mobilität in Europa 

„Rückblickend war das Reisen in Europa wenig umweltfreundlich und extrem anstrengend. Zugegeben, da es keine billigen Flüge gab, reisten die meisten Menschen mit dem Zug: Jedoch erst zwischen 1955 und 1963 wurden die alten Dampflokomotiven z. B. auf der Strecke Edinburgh – London durch Diesel- und Elektrolokomotiven ersetzt. Die Züge waren nicht sonderlich schnell. Meine Reise von Edinburgh nach Stuttgart, die ich 1968 antrat, um ein Auslandsstudium zu absolvieren, fuhr über London, Dover, Ostende und Köln und dauerte länger als 24 Stunden, da man sich in Dover auf die Fähre nach Ostende bemühen musste. Bei jeder Grenze musste man den Reisepass vorzeigen und ihn abstempeln lassen.“

Im Vergleich steht folgende Bewertung eines jungen Engländers zum Reisen mit dem Interrail Pass heute (www.interrail.eu):

„Einfach unkompliziert mit dem Zug durch Europa reisen“

Mit einem Interrail Pass kann man so unkompliziert mit dem Zug durch Europa reisen. Man muss sich keinerlei Gedanken machen, einen bestimmten Zug zu bekommen, man muss nicht am Fahrkartenschalter anstehen und man muss sich auch nicht schlecht fühlen, weil man eine bestimmte Sprache nicht spricht. Außerdem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis echt gut, besonders auf langen Reisen. Die Lieferung per DHL war klasse und auf der Website kann man die Sendung vom Verschicken bis zur Lieferung verfolgen.

​Trustpilot-Bewertung von Mark, Vereinigtes Königreich

1968 –  Wohnen und Studieren in Europa 

„Als Studentin in Tübingen im Jahr 1968 wohnte ich bei einer deutschen Familie, die ihre Räumlichkeiten nur an internationale Studentinnen vermietete. Klara Riedel und ihre Verwandte, Anna Freythaler, öffneten der Welt ihre Türen.  Sonntags kochte Anna für uns alle, meistens Spätzle, und sonnabends gab es Most und Zwiebelkuchen. Ihre Gastfreundschaft (es war 1968, knapp 23 Jahre nach Kriegsende) hat mich damals sehr beeindruckt und prägt bis heute mein optimistisches „Deutschlandbild“.

Auslandssemester waren hauptsächlich damals für Sprachenstudenten. Die heimische Universität übernahm nur die Anmelde- und Studiengebühren, für die Lebenshaltungs- und Reisekosten mussten die Eltern aufkommen. Einige von uns sind dann in den Sommerferien geblieben und haben in Restaurants oder Jugendherbergen gearbeitet, um die Reise nach Hause antreten zu können!“

europa.eu/youreurope/citizens/education/university/index_de. 

Studierende können über Erasmus+ einen Teil ihres Studiums oder ein Praktikum in einem Unternehmen im Ausland absolvieren. Innerhalb Europas werden im Rahmen des Erasmus-Programms keine Anmelde- oder Studiengebühren erhoben. Studierende können ein EU-Stipendium für die Lebenshaltungs- und Reisekosten erhalten. 

Ab 1970 – Arbeiten in Europa 

„Ab 1970, als ich zuerst in Frankreich und dann in Deutschland unterrichtete, begegnete ich immer wieder zwei wichtigen Begriffen:  „carte de séjour“ oder „Aufenthaltserlaubnis“ und „carte de travail“, auf Deutsch „Arbeitserlaubnis“. Man brauchte eine Aufenthaltserlaubnis, um eine Arbeitserlaubnis zu beantragen und umgekehrt – ein Teufelskreis! Ich wohnte damals in Hamburg und besuchte regelmäßig das „Bieberhaus“, den damaligen Sitz der Ausländerbehörde am Hauptbahnhof. Das Haus sah von außen sehr imposant aus, das Bürolabyrinth im Inneren wirkte eher einschüchternd auf die vielen Wartenden aus dem europäischen Ausland. Ich war froh, als wir nach Halstenbek zogen und das kleine freundliche Auslandsamt in Pinneberg die Ausstellung von Aufenthaltserlaubnis bzw. Arbeitserlaubnis übernahm.

Um Anerkennung für meine im Ausland erworbenen Abschlüsse zu erhalten, brauchte ich unzählige teure Übersetzungen und einen langen Atem.“

www.eu-info.de

Jeder EU-Bürger hat das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat zu leben, zu arbeiten und zu wohnen, so lautet das europäische Bürgerrecht der „Freizügigkeit“. Die Freizügigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der „Unionsbürgerschaft“ und wohl das wichtigste Recht, das der einzelne Bürger aus dem EU-Recht herleiten kann.

https://www.anerkennung-in-deutschland.de

Seit 2005 gibt es die neue EU-Berufsanerkennungsrichtlinie. Sie sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten der EU die jeweiligen Berufsabschlüsse grundsätzlich als gleichwertig anerkennen und den Berufsangehörigen freien Zugang zum heimischen Arbeitsmarkt gewähren.

Wer in einem anderen EU-Mitgliedstaat arbeiten möchte, muss die Anforderungen erfüllen, die dort an seine Berufsqualifikation gestellt werden. Die Mitgliedstaaten erkennen Berufsabschlüsse gegenseitig an, wenn sie zur Ausübung eines Berufes berechtigen und die Ausbildung nicht wesentlich anders verläuft als im Gastland.

1979 – Demokratie in Europa und die erste Europawahl 

„In meinen ersten Jahren in Deutschland durfte ich weder bei Bundestagswahlen noch bei Kommunalwahlen wählen. Auch bei der ersten Direktwahl des Europäischen Parlaments im Jahr 1979 war ich sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland ohne Stimme, da das Wahlrecht im Wesentlichen national geregelt ist.“

Für die Teilnahme an der Europawahl gelten für Unionsbürgerinnen und -bürger die gleichen Zulassungsbedingungen wie für Deutsche: 

Voraussetzung ist, dass sie 

  • das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und 
  • in ein Wählerverzeichnis eingetragen sind, 
  • seit mindestens drei Monaten
  •  a) in der Bundesrepublik Deutschland oder
  •  b) in den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union
  •  eine Wohnung innehaben oder sich sonst gewöhnlich aufhalten,
  • nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.
  • In Deutschland lebende EU-Bürger müssen sich entscheiden, ob sie an ihrem Wohnsitz in Deutschland oder in ihrer Heimat wählen möchten.

 

 2019 – Und Brexit?

„Die Brexit-Krise macht deutlich, was wir an der EU haben und was auf dem Spiel in dieser Europawahl steht. Die kritischen, populistischen Stimmen in Großbritannien, die vor dem Referendum in 2016 mit falschen Versprechungen und Unwahrheiten laut waren, sind auch in anderen Ländern Europas zu hören, leider auch in Deutschland. Über die Bürokratie in Brüssel wird der Kopf geschüttelt, Kritik an der Schwerfälligkeit der EU ist sicher in einigen Fällen gerechtfertigt –aber  ohne die EU und die vielen Debatten, die mühsam errungenen Kompromisse und die daraus entstehenden Regeln wäre die Zusammenarbeit in Europa, das Reisen, das Wohnen, der Handel, das Arbeiten, sehr viel komplizierter und vor allem unsicherer.“

Im Grünen Wahlprogramm finden Sie unser Versprechen für Europa. „Wir wollen Europas Rolle in der Welt stärken und die EU wieder handlungsfähiger machen. Ziel ist es, die Klimakrise zu bekämpfen, Europas Demokratie zu verteidigen und für sozialen Ausgleich innerhalb Europas zu sorgen.“ 

 

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