Holmer Bürgerbrief

Liebe Holmer*innen,

heute melden wir uns bei Ihnen mit einem weiteren Bürgerbrief, um Ihnen von ausgewählten, aktuellen Themen zu berichten, die ohne uns – Die Grünen – im Gemeinderat vermutlich so nicht diskutiert worden wären, und somit nur durch Ihre Unterstützung bei der letzten Kommunalwahl ermöglicht wurden.

Blühflächen für mehr Insektenschutz

Zuerst einmal finden wir es toll, dass wir nun in Holm neue Blühflächen haben, auf denen zahlreiche, verschiedene Blühpflanzen wachsen, die besonders für viele vom Aussterben bedrohte Insektenarten wichtig sind. Insgesamt fördern die Blühflächen die biologische Vielfalt in unserer Agrarlandschaft. Aktuelle Pressemitteilungen zeigen, dass der Insektenrückgang in Deutschland weit fortgeschritten ist. Daher hat dieses Thema auch eine große Bedeutung für Holm, was auch von unseren CDU-Gemeindevertretern geteilt wird. Die Begeisterung für dieses „Grüne“ Thema ist der aktuellen Ausgabe „Holm Aktuell“ deutlich zu entnehmen, in der sich die Holmer CDU-Lokalpolitiker auf 4 Seiten in Blühwiesen präsentieren. Schön, dieses Thema im Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu sehen. Und vielleicht ist es ja auch nur ein Zufall, dass der Antrag der CDU, Blühflächen in Holm anzulegen, kurz nach Bekanntwerden unseres Wahlprogramms 2018 gestellt wurde. Dass er nun auch umgesetzt worden ist, wird sicherlich alle in Holm erfreuen, unabhängig von der politischen Ausrichtung.

Informationsveranstaltung zur Nitratbelastung im Grundwasser

Leider mussten wir uns aber auch eines weniger erfreulichen Themas annehmen. Wir alle haben mit Besorgnis zur Kenntnis genommen, dass das Grundwasser unserer Gemeinde extrem stark mit Nitrat belastet ist. Wichtig ist sicherlich zu verstehen, dass unser Trinkwasser davon nicht betroffen ist. Zu diesem Thema gibt es viele Fragen, auch von besorgten Holmer Bürger*innen, die wir in einem Antrag an den Umweltausschuss zusammengestellt haben. Die veröffentlichten Messwerte zeigen, dass die vorgegebenen Grenzwerte für Nitrat im Grundwasser in den letzten Jahre deutlich überschritten wurden. Die Nitratbelastung ist in Deutschland – auch in Holm! – ein großes Problem. Die Gemeinde selbst wird nicht im Stande sein, das Problem allein zu beseitigen, da die Maßnahmenhoheit auf Bundes- und Länderebene liegt. Für Holm sehen wir allerdings einen sehr großen Informationsbedarf, den wir mit unserem Antrag aufgenommen haben. Daher danken wir an dieser Stelle unserem Bürgermeister Uwe Hüttner, dass er, als Reaktion auf unseren Antrag im Umweltausschuss, zunächst zu einer Holmer Informationsveranstaltung am 22.11.2019 im Gemeindehaus einladen wird. Bei dieser Veranstaltung werden Experten anwesend sein, die aus ihrer Sicht die Lage beschreiben und für Fragen zur Verfügung stehen werden. Wir freuen uns sehr über ein zahlreiches Erscheinen von Holmer Bürger*innen.

Quartierslösung

Im Folgenden möchten wir ein Thema vorstellen, welches uns, in dem Bestreben um aktiven Klimaschutz in Holm, einen riesigen Schritt nach vorne bringen kann: die sogenannte „Quartierslösung“ für den Bereich der Schulstraße. Eine Quartierslösung ist eine technische Lösung zur Versorgung eines „Quartiers“ mit Wärme. Heutzutage stehen dabei Lösungen im Fokus, die den Wärmebedarf mit einem möglichst hohen Anteil erneuerbar erzeugter Energie (Strom, Gas) decken. Ziel ist es, die speziell bei der Wärmeerzeugung entstehenden CO2 – Emissionen zu minimieren. Mit einer solchen Lösung würde Holm einen erheblichen Beitrag zur Reduktion dieser Emissionen leisten, zumal eine Einbindung der in der Schulstraße befindlichen Gemeinde- und Privatgebäude technisch möglich sein kann.

Entstanden ist diese Idee bei uns Grünen, als wir uns mit dem bereits in der Planung befindlichen Bauprojekt am Holmer Kreisel beschäftigten. Die Einbindung dieses Projektes in eine Quartierslösung kommt jedoch leider zurzeit nicht in Frage, da die Planungsvorläufe eine Realisierung zum jetzigen Zeitpunkt nicht ermöglichen. Allerdings konnten wir Herrn Bürgermeister Uwe Hüttner im Rahmen einer Sitzung des Bauausschusses davon begeistern, eine solche umweltfreundliche Lösung in gemeindlicher Verantwortung für das „Quartier Schulstraße“ in Betracht zu ziehen.

Auf einer Anfang März 2019 stattfindenden Informationsveranstaltung der IB.SH (Förderbank SH), an der – neben uns Grünen – auch Vertreter der CDU teilnahmen, wurde dieser Gedanke gemeinsam verfestigt und in den folgenden Sitzungen von Bauausschuss und Gemeinderat weiter vorangetrieben. Nach einer Präsentation von Fachleuten im Rahmen einer Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dieses Projekt tatsächlich in Angriff nehmen. Aktuell wird dafür ein externes Beratungsunternehmen ausgewählt, mit dessen professioneller Hilfe das Quartier und die technische Lösung geplant und in die Umsetzung gebracht werden soll. Nach gut einem Jahr in der Holmer Gemeindepolitik freuen wir uns, ein solch klimapolitisches Leuchtturmprojekt auf die Agenda gebracht zu haben und schon erste Maßnahmen diesbezüglich umsetzen zu können. Von über 1.000 Gemeinden in Schleswig-Holstein gibt es gerade mal eine Hand voll Gemeinden, die sich mit solchen Themen beschäftigen. Damit hat Holm die Chance, eine Vorreiterrolle in diesem Bereich des Klimaschutzes einzunehmen.

Ortsentwicklung Holm

In diesem Zusammenhang nehmen wir mit Freude zur Kenntnis, dass die CDU einer konzeptionellen Betrachtung der zukünftigen Entwicklung unseres Dorfes nicht mehr ablehnend gegenüber steht. Es wird darüber nachgedacht, für die Zukunft einen Plan für die Ortsentwicklung zu gestalten. Im Rahmen einer „Ortgestaltungssatzung“ könnten die Ergebnisse ausgewiesen werden. Wurde der Vorschlag der Grünen im Herbst 2018 für ein Dorfentwicklungskonzept noch in Frage gestellt und mit einer „Planwirtschaft“ verglichen, scheint der Mehrwert einer solchen pro-aktiven und vorausschauenden Vorgehensweise für Holm mittlerweile erkannt worden zu sein. Es ist schön zu sehen, dass sich die Sichtweise der CDU hierzu nach etlichen, auch kontroversen, Gesprächen geändert hat und unser Ansatz nun aufgegriffen wird.

Bezahlbarer Wohnungsbau

Nachdem in den jüngsten bundespolitischen Prüfberichten festgestellt wurde, dass die Fördergelder für sozialen, bezahlbaren Wohnungsbau nur spärlich abgerufen werden, sollen Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, die auch die Bundesländer und die Kommunen mehr in die Pflicht nehmen, sozialen Wohnungsbau durchzusetzen.

In Holm konnte sich die SPD mit Unterstützung der Grünen nicht gegen die Fraktion der CDU durchsetzen, 30 % der Wohnfläche des neuen Wohngebietes in der Schulstraße als sozialen Wohnraum auszuweisen. Gründe für die Ablehnung lagen im wirtschaftlichen Bereich und daraus resultierenden baulichen Veränderungen. Da aktuell keine neuen Bebauungen in dieser Größenordnung anstehen, wird es mittelfristig für sozial Schwächere keinen bezahlbaren neuen Wohnungsraum in Holm geben. Wir bedauern das sehr.

Fazit:

Zusammenfassend können wir festhalten: Holm ist bunter geworden, Grün ist angekommen. Wir freuen uns natürlich sehr, dass die anderen Parteien unsere grünen Ideen aufgenommen haben und diesbezüglich auch eigene Vorschläge entwickeln, denn für uns stehen – speziell beim Klimaschutz – die Ergebnisse im Vordergrund. Denn für uns ist der Klimawandel existent und nicht nur „vermeintlich“. Auch wir in Holm müssen mehr machen, um der „Menschheitsaufgabe“ (Frau Bundeskanzlerin Merkel, CDU) erfolgreich begegnen zu können. In diesem Sinne werden wir weiterhin unsere Themen in den Gemeinderat einbringen, die Sachverhalte kritisch hinterfragen und die Diskussionen hartnäckig und fair mit dem Ziel führen, Transparenz, Bürgerbeteiligung und Klimaschutz in Holm zu etablieren.

Ihre Grünen in Holm, der Vorstand des Ortsverbandes.

P.S.: Unser nächstes Bürgerforum soll zügig nach dem Jahreswechsel stattfinden, genauere Informationen werden wir HIER auf unserer Internetseite veröffentlichen. 

 

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