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Frauentag in Wedel und Pinneberg

Der Ortsverband Wedel und der Kreisverband Pinneberg haben in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen Aktionsstände am 8. und 9. März zum Internationalen Frauentag  präsentiert.

Der grüne Schirm sowie die Wäscheleine, geschmückt mit Slogans und Bildern der tollen Frauen – auch Zeitgenossinnen – die unsere Vorbilder sind, Flyer und vor allem Tulpen, die in Eimern bereitstanden zogen die Blicke der Vorbeigehenden auf sich.

Die Fußgängerzone endlich wieder belebt – und wir im Durchgang zum Wochenmarkt – mitten im Leben! Das war es, was die meisten Frauen zum Ausdruck brachten: endlich wieder Leben! Viel Dankbarkeit: Gesundheit ist doch das Wichtigste!
Und auf meine Frage: Was wünschen Sie sich zum Frauentag? Ein erstaunter Blick über der Maske. Wünschen? Nachdenkliche Pause und dann fließt es bei den meisten
– dass wir keinen extra Frauentag mehr brauchen, aber das wird wohl noch einiges dauern!
– Keine Schmerzen mehr haben…
– Dass diese Coronazeit endlich vorbeigeht: sie zeigt auf ihr beiden Kinder, eines noch im Kinderwagen, ich bin froh, dass mein Mann die meiste Zeit zuhause arbeiten konnte, aber trotzdem, ich mach ja doch das meiste
– Ich bin in Rente, mein Mann ist verstorben, ich war die ganze Zeit allein, endlich

wieder mit jemandem sprechen, danke für die Tulpe, mit hat ganz lange niemand mehr etwas geschenkt
– Ich bin so glücklich in Deutschland, hier gibt es Freiheit für uns Frauen, hier achten die Männer die Frauen, sie helfen mit im Haushalt – da traue ich mich dann doch (Un-)Frage zu stellen: Aus welchem Land kommen Sie denn? Irak, da sind fast alle Frauen verschleiert, haben keine Freiheit, Männer fassen nichts im Haushalt an. Sie zeigt Interesse an unserer AG Vielfalt und nimmt sich Infos und meine Telefonnummer mit.
– Dass die Pflegenden so schlecht bezahlt werden! Ich weise auf unseren Slogan hin: Nicht nur klatschen – bezahlen! und sie nickt heftig
– Frauentag ja – aber kein Deutsch! Woher kommen Sie denn? Aus Mazedonien. Wir wünschen uns alles Gute, so gut das ohne Sprache geht…
– Ja, wo soll ich da anfangen: es geht ja schon mit dem Lohnunterschied los, da bewegt sich nichts. Und Frauen in Führungspositionen: die kungeln das doch in ihren Gremien aus. Mein Einwand: Aber bei vergleichbaren Qualifikationen sollen doch Frauen… was heißt schon vergleichbar, das gibt’s ja bei qualifizierten Bildungsgängen de facto nicht.… Ich merke, ich bin an eine Soziologieprofessorin geraten. Willkommen bei den Grünen, haben Sie nicht Lust? Wir tauschen Visitenkarten aus.
– Ein bisschen Anerkennung für all das, was wir Frauen tun. Einfach mal hören: das hast du richtig gut gemacht! Das würde einfach schon reichen: immer mal wieder hören: toll. Wie du das hinkriegst, den Haushalt, die Kinder, die Arbeit …
– Wir sind doch eigentlich die starken, wir wuppen das alles, wir kriegen die Kinder, unter Schmerzen – das würden Männer doch gar nicht aushalten. Und dann die Figur, nach meinen zwei Geburten bin ich einfach dick geblieben. Und dann soll ich auch noch Topmodell sein! Ich schäme mich für meine Figur, ja ich habe auch aus Frust gegessen… aber kommts darauf denn an?
– Ich bin zufrieden, aber es gibt soviel zu tun! Wenn ich mehr Zeit hätte und nicht soviel arbeiten würde – ich bin teilselbständig -, dann würde ich mich für das Klima engagieren, da muss die junge Generation ran! Eigentlich wollte ich immer schon mal bei den Grünen… ich nehme mir mal so ein paar flyer mit. Lacht: „ nein Grüne Jugend dafür bin ich zu alt!“

Eure Christine Herde-Hitziger

Beisitzerin Kreisvorstand Pinneberg

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