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Nachhaltige Verpackungsmittel aus Ellerbek und Bönningstedt

Jens Herrndorff, Grüner Bundestagsdirektkandidat und Vorstandssprecher des Grünen Kreisverbandes Pinneberg, besuchte das Ingenieurbüro C.E.Schweig für Verpackungsmittel in Bönningstedt. Welche Rolle spielt die Verpackungsindustrie bei der Bekämpfung der Klimakrise? Das Ingenieurbüro hat es sich zur Aufgabe gemacht, klimaverträgliche Verpackungen zu entwickeln. Im Gespräch mit Jens Herrndorff,  erklärt die Inhaberin Ingenieurin Caroline Schweig,ihre Motivation, die Probleme der Industrie und die klaren Aufgabenstellungen an die Politik.

 

Mit ihrer 1997 gegründeten Firma berät die auf Nachhaltigkeit spezialisierte Ingenieurin Caroline Schweig (s. Foto links mit Jens Herrndorff) Firmen bei der Produktion von Verpackungsmaterialien und entwickelt zusammen mit ihren Kund:innen klima- und umweltfreundliche Verpackungskonzepte. „Ein großes Problem der Branche ist die Transparenz“, sagt die Expertin. „Viele Firmen schmücken sich mit Nachhaltigkeitssiegeln und -zertifikaten, aber die sind oft nicht so ökologisch wie sie es vorgeben.“ So würde häufig das Holz für die Verpackungen aus Südamerika importiert, Materialien zur Herstellung von Biokunststoffen würden kostengünstig auf dem Weltmarkt eingekauft – ein Widerspruch zum Nachhaltigkeitsgedanken. „Für Verbraucher:innen ist oft nicht ersichtlich, wie nachhaltig das Produkt tatsächlich ist. Eine transparente Kennzeichnung ist unerlässlich. Aber gleichzeitig muss vor allem die Industrie in die Verantwortung genommen werden, auch das zu halten, was sie an Ökologie verspricht“, sagt Jens Herrndorff.

 

Aus Sicht der Ingenieurin ist die Politik gefragt, um gesetzliche Grundlagen für eine nachhaltige Verpackungsindustrie zu schaffen: „Es mangelt nicht an Gesetzen, sondern an deren Umsetzung. Die Interessenlage und Zuständigkeiten in der Branche sind verstrickt und undurchsichtig. Besser wäre ein schlankeres Gesetzbuch mit klaren Vorgaben ohne viele Ausnahmen.“ Denkbare politische Maßnahmen wären laut Schweig zum Beispiel ein Bonus-Malus-System oder eine Reform des Kreditvergabesystems von Banken, bei dem Unternehmen auch auf Nachhaltigkeitskriterien geprüft werden. Auch das Kartellrecht ist in ihren Augen dringend reformbedürftig: „Momentan arbeiten die verschiedenen Unternehmen gegeneinander in einem System, das eigentlich auf Zusammenarbeit beruhen müsste. Leider verbietet es das Kartellrecht, alle an einen Tisch zu bringen. Das Kartellrecht greift überall, nur nicht dort, wo es soll.“

 

Für Jens Herrndorff ist klar: „Wenn wir die Klimakrise bekämpfen und die Umweltverschmutzung verringern wollen, muss es weniger Plastikmüll geben. Die Unternehmen, die den Müll in den Verkehr bringen, müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden. Das geht nur, wenn wir klare und eindeutige gesetzliche Regelungen haben. Hier müssen wir politisch ansetzen, um mehr Transparenz auch für Verbraucher:innen zu schaffen.“ Dafür spielen auch europäische und globale Wirtschaftskreisläufe eine entscheidende Rolle: „Wir müssen stärker auf eine Relokalisierung der Wirtschaft setzen und dürfen es nicht zulassen, dass beispielsweise China eine solche Macht über seine Monopole hat. Vieles können wir in Europa unter besseren Bedingungen für Mensch und Umwelt produzieren, dann sind auch die Lieferketten durchsichtiger und wir wissen genau, welche Stoffe in Umlauf gebracht werden“, ergänzt Caroline Schweig.

 

Die politische Aufgabe, die Verpackungsmittelindustrie auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen, wird die kommende Bundesregierung bewältigen müssen. Caroline Schweig und ihre Mitarbeiter:innen wünschen sich Initiative und Pragmatismus von Politiker:innen, die bereit für diese Verantwortung sind, denn: „Auch wir machen das hier nicht nur als Job, sondern weil wir wirklich etwas verändern wollen.“

 

 

 

 

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