Mit Gehalt und Qualität gegen den Fachkräftemangel

GRÜNE aus Kreis und Land in der Berufsschule Pinneberg

 

Aktuell sind wieder zahlreiche KiTas im Land, auch im Kreis Pinneberg von der Schließung einzelner Gruppen bedroht, denn Krankheit und Quarantäne verschärfen die ohnehin angespannte Personalsituation. Aus diesem Anlass haben sich die Pinneberger Ratsfrau und Landesvorsitzende der GRÜNEN, Ann-Kathrin Tranziska, sowie die Jugendpolitische Sprecherin der GRÜNEN Kreistagsfraktion, Nadine Mai, zu einem Gespräch mit der Leitung der Berufsschule und angehenden Erzieherinnen und Erziehern getroffen.

„Für uns ist der Bereich frühkindliche Bildung ein Schwerpunkt der Landespolitik und dazu gehört inzwischen vor allem der Fachkräftemangel. “, so Ann-Kathrin Tranziska.

v.l.n.r. Nadine Mai, Ann Kathrin Tranziska, Auszubildende, Julia Rogge, Ulrich Krause

Anlass des Gesprächs war auch die jährliche Evaluation der Fachkräfteausbildung im Kreis. Laut Kreisverwaltung fehlen hier bis zum Jahre 2025 zwischen 400-600 Erzieher und Erzieherinnen. Gründe hierfür sind unter anderem durch der verbesserte Betreuungsschlüssel der Kita Reform sowie die Bedarfe im schulischen Ganztagsbereich. Vor 2 Jahren haben Politik und Kreisverwaltung daher Konzepte entwickelt, um dem Fachkräftemangel im Kreis Pinneberg entgegenzuwirken.

Drei Modelle der Erzieherausbildung, die gut abgestimmt sind auf die Bedarfe der Auszubildenden. So machen wir den Bereich Kindererziehung attraktiv.

Ein Baustein und Besonderheit des Kreises Pinneberg ist ein einkommensunabhängiges Stipendium für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher in Höhe der aktuell gültigen Mindestausbildungsvergütung, derzeit € 550,00 im ersten Jahr. Wenn man nach dem Abschluss 3 Jahre in einer KiTa oder anderen Einrichtung im Kreis Pinneberg arbeitet, ist das Stipendium komplett rückzahlungsfrei. Alle beteiligten erhoffen sich einen positiven Effekt für die Fachkräftesituation im Kreis. Ohne diese Chance einer Ausbildungsvergütung hätten sich die beiden Auszubildenden für einen anderen Beruf entschieden. Für Grünenpolitikerin Nadine Mai sollte das Modell auch eine Vorbildfunktion für die anderen Landkreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein sein.

Aufgrund der neuen Fachschulverordnung gibt es für die Sozialpädagogischen Assistenten seit dem laufenden Schuljahr die Möglichkeit die Erzieherfortbildung in nur zwei Jahren zu absolvieren. Durch geringere Praxisanteile kann von den Schülerinnen und Schülern in diesem Modell auch das Meisterbafög beantragt werden oder eben auch das Stipendium.

 

Ebenfalls in 2020 wurde zudem die Möglichkeit der praxisintegrierten Ausbildung im Kreis Pinneberg geschaffen. Die praxisintegrierte Klasse lernt einige Monate im Blockunterricht, dann einige Monat abwechseln in der Einrichtung und in der Schule. Praxis fließt in die Theorie ein und umgekehrt. Eine echte win-win-Situation für alle Beteiligte. So ist das Pensum zu schaffen und die KiTas haben Planungssicherheit. Während das Stipendium eine Leistung des Kreises Pinneberg ist, werden die PiA Gehälter und die Fachbegleitung derzeit von den Standortgemeinden der Einrichtungen finanziert. Jede Gemeinde kann flexibel entscheiden, wie viele Stellen sie finanzieren möchte.

Die verschiedenen Modelle im Kreis Pinneberg bieten für jede persönliche Situation Möglichkeiten. In der Stipendienklasse hat man durch die vollschulische Ausbildung, lange Praktika sowie Ferien die Möglichkeit, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Das erleichtert den Quereinstieg. Im PIA Konzept ist der Zeitplan enger, denn Schulferien gibt es nicht. Das Gehalt von ca. 1200 € ermöglicht jedoch auch eine viel größere finanzielle Freiheit. Der direkte Kontakt mit Kindern und das Arbeiten im Team sind weitere Vorteile.

“Im Kreis Pinneberg ist es somit gesichert, dass es keine Erzieherin/kein Erzieher in Ausbildung mehr gibt, die ohne Vergütung sind. Dieser Punkt war uns besonders wichtig.“

(Nadine Mai)

 

Im Termin haben die angehenden Erzieher ganz unterschiedliche Anreize für ihre Berufswahl genannt. Zum einen der Wunsch, auf dem Land zu leben und eine sinnvolle, erfüllende Tätigkeit auszuüben. Zum anderen der Spaß an der Arbeit mit Kindern und auch die Chancen sich weiterzubilden, etwa als KiTa Master oder im Studium Soziale Arbeit. Wichtig sind den zukünftigen Erzieherinnen und Erziehern aber nicht nur die Gehälter, sondern auch gute Qualität, also pädagogische Konzepte und/oder schöne und moderne Räume.

Im Vergleich werden sogar guten Löhne in KiTas gezahlt, gerade weil der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften steigt. Weitere Anreize wie die Bereitstellung von günstigem Wohnraum und Mobilitätsangeboten könnten folgen.

 

 

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